Symposion 2008

Im Jahr 2008 veranstaltete die FIRM zusammen mit dem Contarini-Institut der FernUniversität und der Deutschen Gesellschaft für Mediation ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Professionalisierung der Mediation“. Schirmherr der Veranstaltung war der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel. Die stürmische Entwicklung der Mediation in den letzten 15 Jahren führte zu einem neuen Berufsbild: dem Mediator. Schwerpunkt der Tagung war eine Bestandsaufnahme verbunden mit den Fragen, wo die Mediation aus Sicht der Professionalisierungswissenschaften steht und wie die weitere Entwicklung aussehen könnten. Dabei stand der Erfahrungsaustausch mit anderen Professionen im Mittelpunkt wie etwa den Ärzten (Referent: Prof. Dr. Norbert Witte), den psychologischen Psychotherapeuten (Referent: Dr. Wolfgang Schmidbauer) oder den Journalisten (Referent: Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger). In einzelnen Workshops wurden die Sachthemen intensiv bearbeitet und anschließend im Plenum mit den Erkenntnissen der Professionalisierungssoziologie (Referent: Prof. Dr. Harald A. Mieg) diskutiert. Die Ergebnisse sind in einem umfangreichen Tagungsband erschienen.

 

In einem zweiten Teil wurde unter dem Titel „Der Mediator im Amt – Staat ohne Recht?“ mit hochrangigen Diskussionsteilnehmern aus Wissenschaft und Praxis der Frage nachgespürt, welche Auswirkungen die mediative Haltung von Amtsträgern – vor allem von Richtermediatoren – auf den Rechtsstaat haben könnte. Die Leitung der Podiumsdiskussion hatte Prof. Dr. Barbara Dauner Lieb, Köln, für die Wissenschaft diskutierten Prof. Dr. Horst Eidenmüller, München, Prof. Dr. Reinhard Greger, Erlangen/Nürnberg, Prof. Dr. Dr. Heike Jung, Saarbrücken, Prof. Dr. Martin Morlok, Düsseldorf, und Prof. Dr. Thomas Trenczek, Hannover/Jena. Aus der Praxis waren der Präsident des Verwaltungsgerichts Freiburg a. D. Prof. Dr. Joachim von Bargen, der Justizminister des Landes Niedersachsen Bernd Busemann, der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts a. D. Prof. Dr. Dr. Winfried Hassemer, die Justizministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Roswitha Müller-Piepenkötter, der Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht Berlin a. D. Prof. Dr. Karsten Michael Ortloff sowie der Präsident des Thüringer Oberverwaltungsgerichts a. D., Prof. Dr. Hans-Joachim Strauch vertreten. Die Ergebnisse der Diskussion fanden Eingang in der Kurs „Mediation und Rechtsstaat“ von Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, der im Masterangebot der FernUniversität Hagen eingesetzt wurde.

Symposion 2008

Im Jahr 2008 unterstütze das FIRM das Symposion des Contarini-Instituts der FernUniversität in Hagen und der Deutschen Gesellschaft für Mediation. Rund 220 Mediatoren aus ganz Deutschland waren zu diesem Treffen nach München gekommen, um vor allem über die Zukunft der Mediation und ihre Professionalisierung zu diskutieren und der Feierstunde zur Vergabe des Ausbildungsstipendiums Mediation beizuwohnen.

Die Mitglieder der Stipendienjury, I. H. Dr. Gabriele Inaara Begum Aga Khan und die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sprachen sich dafür aus, mehr als bisher von dieser Form der Konfliktlösung Gebrauch zu machen. Gerade in Zeiten, in denen es üblich sei, auch bei kleinsten Streitigkeiten Gerichte anzurufen, biete sich Mediation als ein Verfahren an, bei dem nicht eine der beiden streitenden Parteien Recht bekomme und die andere in der Regel unzufrieden sei, unterstrich die Begum. Vielmehr sorge der Mediator dafür, dass eine für alle befriedigende einvernehmliche Lösung gefunden und gegenseitiger Respekt gewahrt werde.

Ähnlich äußerte sich Charlotte Knobloch. Die Mediation erfülle die Forderungen unserer Zeit, weil sie die Grundlagen dafür schaffe, dass Menschen – auch unterschiedlicher Kulturen – untereinander Frieden schlössen. Es gebe zahlreiche Gerichte, doch kein Anwalt und kein Richter sei in der Lage, sich derart in die Situation der Streitenden zu versetzen, wie es ein Mediator könne. Der Mediation als Mittel der außer- oder vorgerichtlichen Streitschlichtung gehöre die Zukunft. Deshalb sei sie vorbehaltos zu unterstützen.
Nach Angaben der Direktorin des Contarini-Instituts für Mediation, Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, hat Mediation in den vergangenen Jahren vorwiegend bei der Konfliktlösung im familiäreren Bereich, bei Scheidungen, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder bei Erbschaftsauseinandersetzungen an Bedeutung gewonnen. Zudem sind Mediatoren zunehmend in Umweltfragen, in der Wirtschaft, so bei Insolvenzen, und im Arbeitsleben gefragt.

Derzeit gibt es in Deutschland und 6000 niedergelassene und ehrenamtliche Mediatoren. Unersuchungen zeigen, dass zwischen 75 und 80 Prozent der Mediationsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden können. Dass Mediation als Zukunftsmodell vorgerichtlicher Einigung betrachtet wird, zeigt auch die Tatsache, dass einige Rechtsschutzversicherer sich inzwischen bereit erklärt haben, die Kosten einer außergerichtlichen Mediation zu übernehmen. Nach Überzeugung von Gräfin von Schlieffen tragen gerade Vereinigungen wie die Deutsche Gesellschaft für Mediation dazu bei, dass in Deutschland eine neue Streitkultur Einzug hält.

Professionalisierung der Mediation

Professionalisierung

Im Jahr 2008 veranstaltete die FIRM zusammen mit dem Contarini Institut der FernUniversität und der Deutschen Gesellschaft für Mediation ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Professionalisierung der Mediation“. Die stürmische Entwicklung der Mediation in den letzten 15 Jahren führte zu einem neuen Berufsbild: dem Mediator. Schwerpunkt der Tagung war eine Bestandsaufnahme verbunden mit der Frage, wo die Mediation aus Sicht der Professionalisierungswissenschaften steht und wie die weitere Entwicklung aussehen könnte. Die Tagungsbeiträge, sowie weiterführende Aufsätze sind in einem „umfangreichen Tagungsband“ erschienen.