Ausbildungsstipendiums 2007

Stipendium 2007

„Mediation als Methode für kommunale Fusionsverhandlungen“, so lautet der zukunftsweisende Titel des Projektes von Anja Terpitz aus dem sächsischen Oschatz, mit dem sie sich am Samstag, 10. November, das Stipendium sicherte, das vom Contarini dem Institut für Mediation der FernUniversität in Hagen, FIRM und der Deutschen Gesellschaft für Mediation ausgelobt worden war.

Hintergrund des Projektes ist die kommunale Neustrukturierung in Sachsen, die bis 2013 abgeschlossen sein soll. Drei Gemeinden einigten sich im Vorfeld darauf, die erforderlichen Fusionen als Mediationsverfahren durchzuführen, um „Dauerstreit“ von vornherein auszuschließen. Mit dem Projekt wird allen Beteiligten eine Plattform geboten, die es erlaubt, Unstimmigkeiten an einem Tisch zu klären. Dies schaffe, so die Jury, „ein Klima der Einigungsbereitschaft, in dem die Gemeinden selbstverantwortlich und ohne rechtlichen Zwang das Projekt der regionalen Neustrukturierung verwirklichen können.“

Überreicht wurde der Preis im Ballsaal des „Hotel de Rome“ von Ihrer Hoheit Dr. Gabriele Inaara Begum Aga Khan, die als promovierte Juristin in der hochkarätig besetzten Jury saß. Das Stipendium, das die Kosten für das zweisemestrige Weiterbildende Studium Mediation umfasst, soll dazu beitragen, Mediation und die Qualität professioneller Mediationsverfahren noch weiter ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, Direktorin des Contarini-Instituts, hob in ihrer Rede die Bedeutung der Mediation hervor. Mediation als Mittel einvernehmlicher Konfliktlösung findet Anwendung in nahezu allen Lebensbereichen, in Familien, in Schulen, im Betrieb, zwischen Privatleuten und Behörden und sogar innerhalb von Behörden.

Knapp 130 geladene Gäste nahmen an der Feierstunde teil, darunter die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue, NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, der niedersächsische Staatssekretär des Justizministeriums Dr. Jürgen Oehlerking sowie die Kanzlerin der FernUniversität, Regina Zdebel.

Mit Förderpreisen ausgezeichnet wurden außerdem Sascha Bade (Sundern) für das Projekt „Aufsuchende Mediation“ sowie Melanie Meier (Bielefeld) für ihr Thema „Mediation macht Schule“. Darüber hinaus präsentierten drei weitere Endrundenteilnehmer ihre Projektideen: Zef Ahmeti (St. Gallen/Schweiz) – „Die albanische Vermittlungstradition und Mediation“, Sebastian Mauder (Nürnberg) „Gerichtsinterne Co-Mediation als zweite Ausbildungsstation für Mediatoren“ und Nathalie Rübsteck – „Mediation und Hochbegabte in der Schule“.